Zucker als Drogen Ersatz

Ein Artikel aus dem Express.

Zucker ist so giftig wie Nikotin und Kokain

Von MICHAEL BRETTIN

Was ich morgens schätze, ist eine Schale Cornflakes, ohne Milch, dafür mit Fruchtjoghurt. Das ist Genuss pur. Und so gesund.

Was ich bislang nicht wusste: In einer 30-Gramm-Portion herkömmlicher Cornflakes stecken vier Würfel Zucker, in einem 150-Gramm-Becher normalen Fruchtjoghurts sind es sechs.

Macht zehn Stück Zucker zum Frühstück. Wie ungesund. „Ein bisschen Zucker ist zwar kein Problem, aber viel Zucker tötet – wenn auch nur langsam“, warnt Robert Lustig von der University of California in San Francisco.

Jedes Jahr und in aller Welt fallen bis zu 35 Millionen Menschen ihrem Zuckerkonsum indirekt zum Opfer, ergab eine Studie, die ein Team um Lustig erstellt hat. Die Forscher nennen Zucker „Gift“ und fordern eine so strenge Kontrolle wie für Alkohol und Tabak.

Zucker ist nicht gleich Zucker

Der Zucker, der in natürlichen Nahrungsmitteln wie Obst in ausgewogener Menge und in Verbindung mit vielen Vital- und Nährstoffen vorkommt, ist gesund; raffinierter Industriezucker jedoch, ein chemisch fast reiner Kristallzucker, ist es nicht (der – vermeintlich gesündere – Rohrzucker ist nicht wesentlich vitaler und nährstoffreicher).

So weit, so schlecht, mögen Sie denken, aber zum Glück ist die Lebensmittelindustrie ja verpflichtet, auf ihren Produkten die Inhaltsstoffe anzugeben – und damit auch den beigemengten Zucker. Ja, doch leider dienen die Angaben weniger der Aufklärung als vielmehr der Verwirrung. Oder wissen Sie, dass Lactose Milchzucker ist, Glucose Traubenzucker und Fructose Fruchtzucker? Allesamt sind sie geschmacksverstärkende Kohlenhydrate.

Nehmen wir die Fructose, wesentlicher Bestandteil von Produkten die mit „ohne Zuckerzusatz“ beworben werden. Die Industrie schätzt die Fructose, weil sie – aus Mais gewonnen – billig ist und im Vergleich zu Glucose länger haltbar und süßer. Für uns Verbraucher hat Fructose zwei große Nachteile: Sie macht nicht satt, und sie lagert sich in der Leber in Form von Fett ab.

„Es gibt immer mehr wissenschaftliche Beweise dafür“, mahnt das Team um US-Forscher Robert Lustig, „dass Fructose etliche chronische Krankheiten auslösen kann und giftig für die Leber ist.“

Mehr als die Hälfte aller industriell hergestellten Lebensmittel – und dazu gehört auch Baby- und Kleinkindnahrung – enthält raffinierten oder anderen beigemengten Zucker. Drei Beispiele: In einer Tasse Hipp-Instant-Tee für Kinder ab zwölf Monate stecken 2,5 Würfel Zucker, in einer 200-Gramm-Portion Heringssalat 5 Würfel, in einem 680-Gramm-Glas Rotkohl 25 Würfel.

Zucker löst im Gehirn die gleichen Reaktionen aus wie Nikotin und Kokain aus

In uns findet die Nahrungsmittelindustrie willige Verbraucher. Warum das so ist, erklärt eine Studie am American College of Neuropsychopharmacology in Brentwood, Tennessee: Zucker löst im Gehirn die gleichen Reaktionen aus wie Nikotin, Kokain und Morphine.

Zucker ist eine Droge. Und wir sind süchtig danach: Ein Durchschnittsdeutscher vertilgt jährlich 34,3 Kilogramm Zucker. Mit fatalen Folgen. Zucker macht nicht nur die Zähne kaputt; er macht müde und dick, launenhaft und depressiv. Eine Studie an der Universität Hannover ergab, dass Kinder, die viel Süßigkeiten und kaum Frischobst essen, schlechtere Noten erzielen als Kinder, die sich vollwertig ernähren.

Mehr noch: Zucker stört das Verdauungssystem, fördert Pilzbefall im Darm, schwächt das Immunsystem und begünstigt Allergien. Zu den Spätfolgen zählen Knochen- und Gelenkprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Sehstörungen und Leberschwäche. Und Diabetes.

Krankenkassen

Schon jetzt zahlen die Krankenkassen in Deutschland jedes Jahr bis zu 25 Milliarden Euro, um die Zuckerkrankheit und ihre Begleiterscheinungen zu bekämpfen. Und es kommt noch schlimmer. Nach Berechnungen des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) steigt die Zahl der Diabetiker zwischen 55 und 74 Jahren stärker als befürchtet: von derzeit 4,5 Millionen bis zum Jahr 2030 auf 6 Millionen.

Würde jede zweite diabetesgefährdete Person sich anders ernähren und mehr bewegen, ließen sich gut 350.000 Fälle verhindern. Was ich jetzt morgens schätze, ist eine Schale Quinoa, auch genannt „Inkakorn“, reich an Proteinen und Ballaststoffen. Und dazu Naturjoghurt.

Reha Sport als Chance nutzen

Ein persönliches Anliegen,

ich arbeite nun seit 8 Jahren als Personal Trainer und Reha Trainer in verschiedenen Institutionen in Bremen und Niedersachsen und muss leider immer wieder feststellen, das sowohl die Reha Teilnehmer als auch selbst die Institution an sich nicht wirklich verstehen worum es beim Reha Sport eigentlich geht.
Die Mitglieder in den verschiedenen Vereinen werden meiner Meinung nach einfach auch zu wenig aufgeklärt. Rehabilitation bedeutet WIEDERAUFBAU!!! Aber die Muskulatur und das Gelenksystem bauen sich nicht auf wenn wir kleine Bälle in die Luft werfen oder versuchen im Sitzen beide Hände hoch zu nehmen.
Das Prinzip des Muskelaufbaus und vor allem auch besonders die Koordination und Beweglichkeit wird in den meisten Fällen völlig vernachlässigt. Ich kann es nicht mehr hören, wenn mir Trainer erzählen “Meine Gruppe kann das nicht”. Oft liegt es am Trainer selber, der einfach keine Lust hat sich anzustrengen, er lieber Entspannung macht oder ihm einfach das know how fehlt. Natürlich kann nicht jeder Teilnehmer alles mit machen, aber man sollte wenigstens 2 Alternativen kennen um eine Übung so zu ändern, dass jeder sie mitmachen kann.
Da die meisten Teilnehmer in vielen Fällen nur einmal die Woche zu einem Reha Kurs gehen, sollte auch die Gestaltung der Übungen gezielt geplant werden. Übungen mit hohen Wiederholungszahlen sind vielleicht gut für das Herz-Kreislauf-System, aber sie treffen nicht das primäre Ziel. Die Übungen müssen auch mal so schwer für den Einzelnen sein, dass er sie maximal 12-15 mal ausüben kann. Natürlich muss der Trainer darauf achten, dass die Übungen auch korrekt ausgeführt werden, was bei einer Gruppe von 15 Teilnehmern zugegebenermaßen nicht immer leicht ist. Deswegen immer die Regel: Das Training ist nicht für den Trainer – Vormachen und dann JEDEN kontrollieren.
Der Koordinationsbereich und das damit verbundene propiozeptive Training sollte in jeder Einheit eingebunden werden. Ich merke oft in den Kursen, dass es besonders an dieser Stelle den Teilnehmern fehlt, oft schwieriger ist als das reine Krafttraining aber manchmal auch zu ganz lustigen Situationen kommt wenn das Bein und der entgegen gesetzte Arm ganz komische Bahnen ziehen, die so nicht geplant waren.

Dieser Beitrag soll etwas Aufklärung leisten und mal zum Nachdenken bewegen. Der Spruch: “Ohne Fleiß, kein Preis”, macht sich in den Reha Maßnahmen besonders bewährt. Ich habe in den Reha Kursen oft Kandidaten, die schon Ihre dritte Verordnung haben, selbst aber wenig Motivation mitbringen und auch nicht gewillt sind etwas zu verändern. Ich kenne aber auch jene, die in 50 Einheiten sehr gut voran kommen und mit eigenem Willen es auch schnell schaffen ihre Muskulatur, ihr Körpergefühl und auch Selbstsicherheit aufzubauen.

Euer Fitcoach Tom
Personal Trainer Bremen / Niedersachsen